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Elektrobus Fips

Quadratestadt

Kurze Wege im Takt, der Dir gefällt

Bequem abgeholt: Der fips

Vielleicht habt ihr ihn schon mal gesehen: Im Mannheimer Süden und Norden und auch in Seckenheim ergänzt ein neues, individuelles Angebot den bekannten öffentlichen Personennahverkehr: fips! Ein orangefarbener kleiner Elektrobus.

Wenn die nächste Haltestelle zu Fuß zu weit weg ist, um hin zu laufen, dann soll fips, das elektrisch angetriebene Personen-Shuttle der Rhein-Neckar Verkehr GmbH (rnv), jetzt Abhilfe schaffen.

Er verkehrt in festgelegten Servicezeiträumen flexibel von Punkten, die Nutzer vorher im Internet auswählen.

In Sandhofen, Schönau, Waldhof, Franklin, Käfertal, Luzenberg, Straßenheim, Taylor und Vogelstang, sowie in Almenhof, Lindenhof, Neckarau, Casterfeld, Mallau, Pfingstberg und Seckenheim kann man sich weite Fußwege zu Haltestellen oder nahegelegenen Einkaufsmöglichkeiten also schenken. Oder kann, wenn der kurze Weg mit den „Öffis“ einfach zu umständlich wäre, direkter und unkomplizierter zum Ziel gelangen. Diejenigen, die schon mitgefahren sind, zeigen sich begeistert:

Helga Müller aus der Gartenstadt berichtet: „Ich habe den fips erstmals genutzt, um unkompliziert zum Impfzentrum auf dem Maimarktgelände zu kommen. Seitdem buche ich immer wieder, um einfacher zum Supermarkt oder zu meinen Arztterminen zu kommen. Ich bin begeistert“. Auch Pendler Timo Petersen zeigt sich angetan: „Der Anschluss zum Hauptbahnhof war für mich früher umständlich und zeitaufwändig. Mit fips spare ich jetzt jede Menge Zeit und Fußwege. Und wenn wir das Shuttle privat nutzen, können wir dank der zur Verfügung stehenden Kindersitze sogar unsere Kleine mitnehmen“.

Fahrplan? Gibt es nicht. Der wird nämlich weitestgehend von den Nutzern bestimmt. Die möglichen Haltepunkte sind üppig in den genannten Stadtteilen verteilt, so dass der Weg von der Haustür zur Abfahrt normalerweise nicht weiter als 150 Meter ist. So gibt es mittlerweile über 2.500 mögliche Haltestellen für den Elektroshuttle.

Was es außer mehr Flexibilität noch bringt? Die App bündelt die Anfragen und rechnet damit Haltestellen und Abfahrtzeiten so aus, dass mehrere Nutzer den fips gleichzeitig nutzen können. So sollen die Straßen Mannheims verkehrstechnisch entlastet und das Klima geschont werden. Klingt sinnvoll, einfach und bequem? Ist es auch.

Das Konzept erinnert auf den ersten Blick ein bisschen an Uber, den privaten Shuttleservice aus den USA. Aber fips ist anders: Ein Uber ist eine Art Taxi, das man an jedem gewünschten Punkt einfach per App bestellen und nutzen kann. Durch das Personenbeförderungsgesetz ist das in Deutschland (mit wenigen Ausnahmen) bisher allerdings nicht direkt, sondern teilweise als Mietwagenverkehr möglich. Seit diesem Jahr wäre durch das PBefG auch ein nicht öffentliches Verkehrsangebot mit Bündelung möglich, Uber könnte das also in Zukunft angehen. Da die Kommunen aber dabei durchaus Mitbestimmungsrechte haben über Wartepositionen, die Anzahl der Fahrzeuge und die Preise, stellt sich die Frage, ob das für private Anbieter wie Uber überhaupt attraktiv ist. Wenn fips also kein Taxi-Service ist, was ist es dann? Bei Angeboten wie dem fips spricht man von „Ridepooling“.

Verkehrsminister Winfried Hermann sagt:

„Ridepooling kann als Ergänzung zu den Achsen des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) eine entscheidende Rolle zur Verkehrswende spielen. Perspektivisch können diese Fahrzeuge eventuell auch autonom fahren.“

Fips erweitert also die naturgegebenen Grenzen des ÖPNV, macht ihn zeitlich und räumlich flexibler und hilft dabei der Umwelt. Er soll Bus- und Bahnfahren ergänzen und attraktiver machen, und nicht wie Uber ersetzen. Solche individuellen Konzepte mit Rücksicht auf die Zeit- und Zustiegswünsche der Verkehrsteilnehmer nennt man auch „On-Demand“-Konzepte, und die gibt es bereits seit vier Jahren in vielen deutschen Städten.

Was fips besonders macht ist, dass hier von Anfang an auf Elektromobilität gesetzt wurde. Er ist ein schlauer Kompromiss zwischen Individualität und Klimaschonung: umweltfreundlich und nicht so teuer wie in ein Taxi. Preislich ist der fips an den Tarif des VRN gekoppelt. Man benötigt zur Nutzung einen gültigen VRN Fahrschein und bezahlt zusätzlich 2€ mit einem Einzelfahrschein und 1€ mit einer Jahres- oder Halbjahreskarte.

Gedacht ist fips für alle ÖPNV Nutzer. Wer genau tatsächlich am häufigsten mitfährt, ist noch nicht final untersucht. In anderen Städten fühlen sich hier vor allem junge Leute im wahrsten Sinne des Wortes „abgeholt.“ Bisher verkehrt fips in Mannheim aber noch nicht in den „Ausgehstadtteilen“. Für die Älteren ist sicher die flexiblere Bewegung mit weniger Fußwegen zu Einkäufen und Erledigungen im eigenen Viertel ein großer Vorteil.

Also: weitersagen! Je mehr Fahrgäste sich für den fips begeistern, desto mehr wird der gewünschte positive Aspekt für den Gesamtverkehr und das Klima erreicht – neugierig sein und reinschauen in die App lohnt sich, wenn ihr zu Bus und Bahn oder zu einem nahegelegenen Ziel wollt.

Wie man den fips bestellt? Über die fips App oder auch telefonisch unter 0621-4654444. Weitere Infos zu Fahrzeiten und Haltestellen gibt es unter fips.rnv-online.de.

 

Autorin: Nina Badelt für quadratestadt.de

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